Artemisia annua einnehmen: Tee, Pulver, Tinktur und Kapseln im Vergleich
Artemisia annua gibt es als getrocknetes Kraut für Tee, als Blattpulver, als Tinktur und in Kapseln. Die Formen unterscheiden sich in Zubereitung, Geschmack und darin, welche Inhaltsstoffe sie enthalten. Hier bekommst du einen sachlichen Überblick – inklusive Anleitung für einen guten Tee.
Die vier Formen im Überblick
| Tee (Blattschnitt) | Blattpulver | Tinktur | Kapseln | |
|---|---|---|---|---|
| Was ist es? | getrocknete, geschnittene Blätter | fein gemahlene getrocknete Blätter | alkoholischer Auszug aus dem Kraut | Pulver oder Extrakt in Kapselhülle |
| Was wird aufgenommen? | wasserlösliche Bestandteile des Aufgusses | das ganze Blatt | alkohol- und wasserlösliche Bestandteile | je nach Produkt Pulver oder Extrakt |
| Zubereitung | aufgießen, ziehen lassen, abseihen | in Wasser, Saft, Joghurt oder Smoothie einrühren | Tropfen in etwas Wasser geben | mit Wasser schlucken |
| Geschmack | deutlich bitter-würzig | bitter, leicht „grasig“ | intensiv, alkoholisch-bitter | neutral |
| Vorteil | traditionell, günstig, gut dosierbar über die Kräutermenge | nichts geht verloren | lange haltbar, schnell anzuwenden | geschmacksneutral, unterwegs praktisch |
| Nachteil | Zubereitung braucht etwas Zeit | Geschmack, Konsistenz | enthält Alkohol | Inhalt und Qualität schwer überprüfbar |
Artemisia annua Tee richtig zubereiten
Der Tee ist die älteste und am weitesten verbreitete Form. Damit er gut gelingt:
- Menge: Üblich ist etwa ein gehäufter Teelöffel – rund 1 bis 2 Gramm – getrocknetes Kraut pro Tasse (200–250 ml). Für eine Kanne entsprechend mehr. Die Angaben auf der Verpackung haben Vorrang.
- Kochendes Wasser: Das Kraut mit sprudelnd kochendem Wasser übergießen. Die Temperatur ist wichtig: Artemisinin ist schlecht wasserlöslich, und Untersuchungen zeigen, dass die Ausbeute stark von der Wassertemperatur abhängt.
- Abdecken und ziehen lassen: Die Tasse oder Kanne abdecken, damit die ätherischen Öle nicht verfliegen, und etwa 10 Minuten ziehen lassen.
- Abseihen: Durch ein feines Sieb oder einen Teefilter gießen und das Kraut leicht ausdrücken.
- Zeitnah trinken: Frisch zubereitet schmeckt der Tee am besten. Für unterwegs lässt er sich in eine Thermoskanne füllen.
Mehr über den Tee selbst, Herkunft und Qualität liest du auf der Seite Artemisia annua Tee.
Blattpulver
Beim Pulver werden die getrockneten Blätter sehr fein vermahlen. Der Unterschied zum Tee: Du nimmst das ganze Blatt auf – also auch Bestandteile, die sich in Wasser schlecht lösen, sowie Ballaststoffe.
- So geht's: Das Pulver in ein Glas Wasser oder Saft einrühren, unter Joghurt oder Müsli mischen oder in einen Smoothie geben. Kräftige Aromen wie Banane, Beeren oder Kakao überdecken die Bitterkeit gut.
- Worauf achten: Pulver hat eine große Oberfläche und verliert schneller an Aroma. Deshalb lichtgeschützt, luftdicht und trocken lagern und zügig verbrauchen.
Details findest du im Beitrag zum Artemisia annua Pulver.
Tinktur
Eine Tinktur ist ein alkoholischer Auszug aus dem Kraut. Alkohol löst andere Inhaltsstoffe als Wasser – auch solche, die im Tee kaum vorkommen. Eine Tinktur ist lange haltbar und schnell angewendet: Meist werden einige Tropfen in etwas Wasser gegeben.
- Zu beachten: Tinkturen enthalten Alkohol. Für Kinder, Schwangere, Menschen mit Alkoholproblemen oder vor dem Autofahren sind sie deshalb nicht geeignet.
- Selbst machen: Wie ein Ansatz aus getrocknetem Kraut gelingt, zeigen wir in der Anleitung Tinktur selbst herstellen.
Mehr zur fertigen Artemisia annua Tinktur.
Kapseln
Kapseln enthalten entweder gemahlenes Blattpulver oder einen Extrakt. Ihr großer Vorteil: Sie sind geschmacksneutral und unterwegs praktisch. Dafür ist für Verbraucher schwer nachzuvollziehen, wie viel und welches Pflanzenmaterial tatsächlich enthalten ist.
Beim Kauf lohnt ein Blick auf: botanischen Namen (Artemisia annua), Menge pro Kapsel, Pulver oder Extrakt (und mit welchem Verhältnis), Zusatzstoffe sowie Herkunfts- und Laborangaben. Mehr im Beitrag zu Beifuß-Kapseln.
Kombinationen
Artemisia annua wird gern mit anderen Pflanzen kombiniert – vor allem, um den Geschmack abzurunden. Bekannt sind zum Beispiel die Mischungen mit Moringa oder mit Orangenschale (Chen Pi).
Worauf du bei der Einnahme achten solltest
- Herstellerangaben beachten. Übliche Mengen und Hinweise zur Anwendungsdauer stehen auf der Verpackung. Allgemeine Informationen findest du im Beitrag zur Dosierung.
- Vorsicht in Schwangerschaft und Stillzeit. Für diese Zeit gibt es keine ausreichenden Sicherheitsdaten; im Tierversuch zeigten Artemisinin-Wirkstoffe in der Frühschwangerschaft schädliche Effekte. Deshalb: nicht ohne ärztlichen Rat.
- Allergie gegen Korbblütler? Wer auf Kamille, Arnika, Ringelblume oder Ambrosia reagiert, kann auch Artemisia annua schlecht vertragen.
- Medikamente: Artemisia annua kann Leberenzyme beeinflussen, die am Abbau vieler Medikamente beteiligt sind. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte das vorher mit Arzt oder Apotheke besprechen.
- Kein Ersatz für Medikamente. Tee, Pulver oder Tinktur ersetzen keine ärztliche Behandlung. Die WHO rät ausdrücklich davon ab, Artemisia-Pflanzenmaterial zur Vorbeugung oder Behandlung von Malaria einzusetzen.
Alle bekannten Nebenwirkungen und Wechselwirkungen haben wir im Beitrag Nebenwirkungen zusammengefasst.
Häufige Fragen
Wie bereitet man Artemisia annua Tee zu?
Üblich ist etwa ein gehäufter Teelöffel (rund 1–2 g) getrocknetes Kraut pro Tasse. Mit sprudelnd kochendem Wasser übergießen, abgedeckt etwa 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Hinweise des Herstellers auf der Verpackung haben Vorrang.
Warum schmeckt Artemisia annua Tee so bitter?
Die Pflanze enthält Bitterstoffe und ätherische Öle. Wer den Geschmack milder mag, kann den Tee mit anderen Kräutern, getrockneter Orangenschale (Chen Pi) oder etwas Honig kombinieren.
Was ist der Unterschied zwischen Tee und Pulver?
Beim Tee werden die löslichen Bestandteile mit heißem Wasser ausgezogen, das Kraut selbst wird abgeseiht. Beim Pulver wird das ganze, fein gemahlene Blatt aufgenommen – samt aller fett- und wasserlöslichen Bestandteile und Ballaststoffe.
Kann man Artemisia annua kalt aufgießen?
Möglich ist es, für Artemisinin ist heißes Wasser laut Untersuchungen aber deutlich ergiebiger: Die Löslichkeit hängt stark von der Temperatur ab.
Wie viel Artemisia annua darf man einnehmen?
Halte dich an die Angaben des Herstellers. Allgemeine Hinweise zu üblichen Mengen findest du in unserem Beitrag zur Dosierung. Bei Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme, in Schwangerschaft und Stillzeit vorher ärztlich beraten lassen.
Weiterlesen
Quellen
- van der Kooy F., Verpoorte R. (2011): The content of artemisinin in the Artemisia annua tea infusion. Planta Medica 77(15): 1754–1756 – https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/s-0030-1271065
- RxList: Sweet Annie – Nebenwirkungen, Schwangerschaft, Wechselwirkungen – https://www.rxlist.com/supplements/sweet_annie.htm
- WHO (2019): The use of non-pharmaceutical forms of Artemisia – https://www.who.int/news/item/10-10-2019-the-use-of-non-pharmaceutical-forms-of-artemisia
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information. Er ersetzt keine ärztliche oder tierärztliche Beratung und gibt keine Heilversprechen. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Apotheke.


































